NASDAQ Comeback: Dotcom 2.0?

Zum ersten Mal seit dem 7. September 2000 hat der Technologie-Leitindex Nasdaq Composite am Dienstag oberhalb der 4000-Punkte-Marke geschlossen. Der bisherige Höchststand vom 10. März 2000 von 5.048,62 Zählern liegt zwar immer noch in weiter Ferne, doch in der Klettertour spiegelt sich sowohl die Wirkung der letzten Fed-Maßnahmen als auch das wieder erwachte Interesse der Anleger an Unternehmen mit hohen Wachstumsraten wider.

Anders als bei der Millenniumsrally, als Papiere von Dotcom-Unternehmen dominierten, besteht der Index heutzutage hauptsächlich aus Aktien aus dem Handels- und Gesundheitssektor. Damals hatte die Etablierung des Internets und der Mobiltelefonie im Bereich digitaler Technologie zu einer derartigen Aufbruchstimmung geführt, dass es ab Mitte der Neunziger Jahre zu einer Vielzahl von Unternehmensneugründungen und Börsengängen kam. Doch nach im neuen Jahrtausend zeichnete sich immer mehr ab, dass viele Unternehmen die hohen Gewinnerwartungen so schnell nicht erfüllen konnten, und als die ersten ehemals hochbewerteten Hoffnungsträger Insolvenz anmelden mussten, wurde der Markt unruhig. Bald begannen erfahrene Marktteilnehmer, ihre Investments abzubauen, und es dauerte nicht lange, bis die neuen, unerfahrenen Kleinanleger in Panik gerieten, sämtliche Bestände verkauften und der Markt völlig zusammenbrach.

Mittlerweile steigt die Zahl der Börsengänge wieder, insbesondere im Bereich der Technologie-Startups. Besonders starke Medienaufmerksamkeit erhielt der Microblogging-Dienst Twitter, als er sich Anfang November aufs Börsenparkett wagte. Das kalifornische Unternehmen hatte sich jedoch überraschend gegen die NASDAQ und für die NYSE entschieden, unter anderem wegen der technischen Schwierigkeiten, die 2012 der Facebook-Aktie den Börsenstart verhagelt hatten. Nach einem fulminanten Start und einer 30-fach überzeichneten Auktion fing der Twitter-Kurs jedoch an zu schwächeln, und befindet sich seither in einer deutlichen Abwärtsbewegung. Nach und nach scheint den Investoren klarzuwerden, dass das Unternehmen im Vorfeld des Floatings sehr optimistisch bewertet wurde, und dass im Prinzip immer noch nicht ganz feststeht, wie Twitter eigentlich in Zukunft sein Geld verdienen will.

Betrachtet man den NASDAQ jedoch in seiner Gesamtheit, scheint es sich beim Hype um Twitter eher um eine Ausnahmeerscheinung zu handeln. Top-Werte sind nicht nur Technologieaktien, sondern vor allem auch Unternehmen aus dem Gesundheitssektor, die von  „Obamacare“ profitieren. Hinzu kommt die starke Unterstützung durch die ultralockere Geldpolitik der Federal Reserve, deren Versprechen, die Zinsen auch in Zukunft zu drücken, die Anleger ermutigt, auch in risikoreichere Papiere zu investieren. Dennoch sind die hohen Bewertungen noch nicht annähernd so extrem wie kurz vor der Jahrtausendwende. Derzeit notiert der NASDAQ Composite bei 4.059,89 Punkten – in etwa dem 25-fachen der Gewinne aller gelisteten Unternehmen der letzten zwölf Monate. Ende 1999 war dieser Wert viermal so hoch.

Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Weitere Informationen zum CFD Handel finden Sie auf der Website von IG.

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